Gewalt gegen Frauen in der Geburtshilfe

Web-Diskussion zur TV-Dokumentation "Unter Schmerzen gebierst du Kinder"

Liebe Frauen,
die geplante Filmvorführung kann wegen der Corona-Vorschriften leider nicht im Kofra stattfinden und wir probieren nun diesen neuen Weg aus.

Die TV-Dokumentation könnt ihr in der arte-Mediathek jederzeit zuhause anschauen und wir können am Donnerstag, den 7. Mai, dann ab 19:30 Uhr online miteinander diskutieren. Hier könnt ihr euch Hilfe zur Webmeeting-Plattform Zoom holen und Hilfe-Videos anschauen, aber ihr könnt uns auch jederzeit anmailen und wir machen ein Übungsmeeting:
»Wie nehme ich an einem Meeting teil?
»Zoom Hilfe Center

Wir freuen uns über Rückmeldungen von euch!
Die Kofras


Infos zum Film: GEWALT GEGEN FRAUEN IN DER GEBURTSHILFE - arte-Dokumentation

Schmerzen und Rohheit statt Hilfe von Seiten der Ärzte: In ganz Europa erhebt sich immer mehr Protest von Frauen gegen Gewalt in der Geburtshilfe. Heute nutzen die Betroffenen soziale Netzwerke, um die lang verschwiegenen, teils gewaltvollen Grenzüberschreitungen publik zu machen. Die Mobilisierung von Aktivistinnengruppen hat das Thema an die breite Öffentlichkeit gebracht, in Frankreich und dem restlichen Europa.

Die im Kreißsaal erlittene Gewalt ist Ausdruck dafür, dass man sich auch hier nicht selten über einen Grundwert hinwegsetzt: das Einverständnis der Frau gegenüber medizinischen Eingriffen während des Geburtsprozesses. Nicht nur teils mehr als fragwürdige medizinische Praktiken wie der sogenannte Husband Stitch, auch Methoden wie ein Dammschnitt ohne das vorige Einverständnis, Kaiserschnitt ohne Narkose oder enormer Druck auf den Oberbauch sind Übergriffe, denen Frauen im Geburtsprozess hilflos gegenüberstehen.

Anhand der Aussagen von Opfern, Hebammen, Gynäkologen, Aktivistinnen und Fachleuten lenkt die Dokumentation den Blick wieder verstärkt auf das Thema Geburt. Der Rückblick in die Geschichte der Geburtshilfe vermittelt Einsichten in die Ursachen einer systematischen Gewalt, unter der jede der Parteien leidet.

Frankreich 2019, Regie: Ovidie, 59 Min.


Zum Weiterlesen:

Gewalt unter der Geburt: Der alltägliche Skandal

(Deutsch) Taschenbuch - 7. Oktober 2015
Tectum Wissenschaftsverlag; Auflage: 1, Preis 16,95 EUR
verfügbar zum Beispiel hier: »Zum Nomos-Shop

Für Frauen ist die Geburt ein äußerst schmerzhafter Vorgang. Das lässt sich hinnehmen. Dass die Geburtshilfe im deutschen Klinik- und Gebäralltag regelmäßig und beinahe unkritisiert von vielfältigen Formen der Gewaltausübung begleitet wird, ist dagegen ein Skandal, den Christina Mundlos' Buch erstmalig thematisiert.

Die von ihr versammelten Erfahrungen von Müttern und Hebammen berichten von medizinisch unnötigen Kaiserschnitten, nicht genehmigter Genitalverstümmelung, von unnötig vielen und brutal durchgeführten vaginalen Untersuchungen, verweigerten Schmerzmitteln und festgeschnallten Frauen. Gebärende werden allein gelassen, ausgelacht und beleidigt, ihre Selbstbestimmung missachtet und Operationen ohne Betäubung durchgeführt.

Bislang wurde diese Gewalt totgeschwiegen. Mundlos demonstriert, dass diese Beispiele keine Einzelfälle sind, sondern eine völlig tabuisierte Gewaltform und damit ein tiefgehendes, gesellschaftliches Problem. Sie zeigt die Zusammenhänge auf zwischen der stiefmütterlichen Behandlung der Geburtshilfe im Gesundheitssystem, einer noch immer vorhandenen Frauenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft und aktuellen politischen Vorgängen. Darüber hinaus stellt sie konkrete Forderungen an die Verantwortlichen, damit die Gewalt unter der Geburt beendet werden kann. Schwangere erhalten zudem Tipps, wie sie sich selbst am besten schützen und auf die Geburt vorbereiten können.